3. Malwerkzeuge

To access these tools, select ToolsPaint Tools from the main menu.

3.1. Allgemeine Eigenschaften

The GIMP Toolbox includes fourteen paint tools. By default they are shown together in five groups, but this can be disabled in Toolbox Preferences by unchecking Use tool groups.

Abbildung 14.28. The Paint Tools in the Toolbox

The Paint Tools in the Toolbox

The default view groups similar tools together. The paint tools groups are inside the red square.

The Paint Tools in the Toolbox

The paint tools in the toolbox in ungrouped view inside the red area.


The feature they all have in common is, that all of them are used by moving the pointer across the image display, creating brush-strokes. Five of them behave like the intuitive notion of painting with a brush. Pencil, Paintbrush, Airbrush, and MyPaint brush (introduced in GIMP 2.10.6) are called basic painting tools or brush tools.

Die restlichen Malwerkzeuge benutzen einen Pinsel für etwas andere Arbeiten:

Wenn Sie GIMP mit einem Grafiktablett anstelle der Maus bedienen, wird die Arbeit mit den Malwerkzeugen noch realistischer. Das Zeichnen wird viel intuitiver und sensibler als mit der Maus. Zusätzlich verfügen die Malwerkzeuge über spezielle Eigenschaften zur Einstellung der Druckempfindlichkeit, welche aber nur zusammen mit einem Grafiktablett eingesetzt werden können.

Zusätzlich zu der sehr gebräuchlichen Arbeitsweise von Hand können die Malwerkzeuge auch automatisch angewendet werden, indem Sie einen Pfad erstellen und diesen dann anstreichen. Sie können jedes der Malwerkzeuge, inklusive Radierer, Weichzeichner etc. benutzen, um GIMP anstreichen zu lassen. Lesen Sie im Kapitel Abschnitt 3.20, „Auswahl nachziehen“ nach, um mehr über diese Funktion zu erfahren.

3.1.1. Zusatztasten

Strg

Holding down the Ctrl key has a special effect on every paint tool. For the Pencil, Paintbrush, Airbrush, Ink, and Eraser, it switches them into color picker mode, so that clicking on an image pixel causes GIMP's foreground to be set to the active layer's color at that point (or, for the Eraser, GIMP's background color). For the Clone tool, the Ctrl key switches it into a mode where clicking sets the reference point for copying. For the Blur/Sharpen tool, the Ctrl key switches between blur and sharpen modes; for the Dodge/Burn tool, it switches between dodging and burning.

Umschalt

Diese Taste hat bei fast allen Malwerkzeugen den gleichen Effekt: Sie schaltet das Werkzeug in den Modus »Linien zeichnen«. Um eine gerade Linie mit einem der Malwerkzeuge zu zeichnen, klicken Sie den Startpunkt an und drücken danach die Umschalt-Taste. Solange Sie die Umschalt-Taste gedrückt halten, wird Ihnen GIMP eine dünne Hilfslinie zwischen dem Startpunkt und der aktuellen Position des Mauszeigers anzeigen. Sobald Sie erneut klicken, wird die gerade Linie eingezeichnet. Sie können die Umschalt-Taste gedrückt halten und weitere Punkte anklicken, um auf diese Weise eine Reihe verbundener, gerader Liniensegmente zu zeichnen.

Strg+Umschalt

Wenn Sie beide Tasten gedrückt halten, wird das Malwerkzeug in den Modus »Beschränkte gerade Linie« geschaltet. Dieser Modus ist ähnlich dem, wenn Sie nur die Umschalt-Taste gedrückt halten. Zusätzlich wird GIMP jedoch dafür Sorgen, dass die Orientierung der Linie einem Vielfachen von 15 Grad entspricht. Dies ist sehr hilfreich, wenn Sie exakt waagerechte, senkrechte oder diagonale Linien zeichnen möchten.

3.1.2. Werkzeugeigenschaften

Abbildung 14.29. Allgemeine Werkzeugeigenschaften der Malwerkzeuge

Allgemeine Werkzeugeigenschaften der Malwerkzeuge

Viele Eigenschaften sind in mehreren Malwerkzeugen vorhanden. Diese allgemeinen Werkzeugeigenschaften werden hier beschrieben. Eigenschaften, die nur für ein spezielles Werkzeug verfügbar sind, werden in dem Kapitel beschrieben, in welchem das Werkzeug detailliert vorgestellt wird.

Modus

The Mode drop-down list provides a selection of paint application modes. As with the opacity, the easiest way to understand what the Mode setting does is to imagine that the paint is actually applied to a layer above the layer you are working on, with the layer combination mode in the Layers dialog set to the selected mode. You can obtain a great variety of special effects in this way. The Mode option is only usable for tools that can be thought of as adding color to the image: the Pencil, Paintbrush, Airbrush, Ink, and Clone tools. For the other paint tools, the option is always disabled. A list of modes can be found in Abschnitt 2, „Ebenenmodi“.

Einige Modi sind etwas Besonderes und weiter unten beschrieben.

Deckkraft

Der Deckkraft-Schieberegler legt die Transparenz der Pinseloperation fest. Um zu verstehen, wie dies funktioniert, können Sie sich vorstellen, dass das Werkzeug eine transparente Ebene über der aktiven Ebene erzeugt und darauf arbeitet. Indem Sie die Deckkraft in den Werkzeugeinstellungen ändern, ändert sich die Deckkraft der transparenten Ebene, so wie Sie sie auch im Ebenendialog ändern können. Sie kontrolliert die »Stärke« aller Malwerkzeuge, nicht nur derjenigen, die auf der aktiven Ebene malen. Beim Radierer kann dies zu Verwirrung führen: Dieser wird umso transparenter, je höher der Wert der »Deckkraft« ist.

Pinsel

Der Pinsel legt fest, wie die Werkzeugspitze beschaffen ist, die auf das Bild einwirkt. GIMP erlaubt verschiedene Typen von Pinseln, eine detaillierte Beschreibung dazu findet sich im Kapitel Abschnitt 6, „Pinselspitzen“. Es steht für alle Malwerkzeuge dieselbe Auswahl an Pinseln zur Verfügung, einzige Ausnahme ist das Werkzeug »Tinte«, welches eigene Typen von Pinseln mitbringt. Die Farbe des Pinsels ist nur für die Werkzeuge Stift, Pinsel und Sprühpistole interessant, für die anderen Werkzeuge ist lediglich die Intensitätsverteilung der Pinsel von Bedeutung.

Größe

Mit dem Skalierungsfaktor können Sie die Größe des Pinsels präzise einstellen. Mit den Pfeiltasten lässt sich der Wert um ±0,01 verändern, mit den Tasten Bild↑ bzw. Bild↓ um ±1,00. Dasselbe erreichen Sie, wenn Sie Ihr Mausrad entsprechend in den Einstellungen eingestellt haben. Lesen Sie dazu Die Pinselgröße einstellen.

Seitenverhältnis

Diese Einstellung bestimmt das Verhältnis zwischen der Höhe und Breite des Pinsels. Der Schieberegler erlaubt Werte zwischen -20,00 und 20,00, wobei die Vorgabeeinstellung 0,00 ist. Bei einem negativen Wert zwischen -20 und 0 verringert sich die relative Höhe des Pinsels, während sich bei einem positiven Wert zwischen 0 und 20 die relative Breite verringert.

Winkel

Mit dieser Einstellung lässt sich der Pinsel um seinen Mittelpunkt drehen. Dies ist nur sichtbar, wenn der Pinsel nicht kreisförmig ist oder durch eine gedrehte Form entstanden ist.

Abstand

Diese Einstellung regelt den Abstand zwischen den Pinselformen in einem Strich.

Abbildung 14.30. Abstandseinstellung

Abstandseinstellung

Verschiedene Abstände


Härte

Verändert die Größe des harten Pinselkerns.

Abbildung 14.31. Härteeinstellung

Härteeinstellung

Links: Härte=50 Rechts: Härte=100.


Druck

Verändert die Verstärkung.

Abbildung 14.32. Druckeinstellung

Druckeinstellung

Druck beträgt 10%, 20%, 40%, 80%.


Dynamiken

Mit Zeichendynamiken können Sie verschiedene Pinseleinstellungen auf mehrere Eingabedynamiken anwenden. Sie kommen hauptsächlich beim der Verwendung mit Grafiktabletts zum Einsatz. Einige können jedoch auch mit einer Maus genutzt werden.

Weitere Informationen zu Dynamiken finden sie unter Dynamiken.

When stroking paths and selections using a paint tool there is an option to select Emulate brush dynamics. That means that when you stroke, brush pressure and velocity are varying along the length of the stroke. Pressure starts with zero, ramps up to full pressure and then ramps down again to no pressure. Velocity starts from zero and ramps up to full speed by the end of the stroke.

Optionen der Dynamik

Diese Eigenschaften sind unter Optionen der Dynamik beschrieben.

Zittern hinzufügen

Sie kennen bereits den »Abstand« bei Pinselstrichen: die Striche werden durch wiederholtes Auftragen der Pinselform erzeugt, und wenn diese Abdrücke sehr dicht beieinander liegen, wird der Eindruck einer ununterbrochenen Linie geschaffen. In diesem Fall werden die Abdrücke nun nicht mehr genau ausgerichtet, sondern um einen bestimmten Betrag gestreut, den Sie mit dem Schieberegler Menge festlegen können.

Abbildung 14.33. Beispiel für »Zittern«

Beispiel für »Zittern«

Oben: ohne Zittern. Mitte: Zittern = 1. Unten: Zittern = 4.


Zittern ist auch im Editor für Zeichendynamik verfügbar, wo Sie ihn zum Pinselverhalten hinzufügen können.

Weiches Zeichnen

Diese Einstellung beeinflusst nicht das Zeichnen des Pinselstrichs, sondern dessen Form. Sie entfernt die Wackler, die beim Zeichnen der Linie entstehen. Das erleichtert das Zeichnen mit einer Maus.

Wenn diese Einstellung aktiviert ist, erscheinen zwei Schieberegler: Qualität und Gewicht. Sie können die Vorgabewerte nach Ihren Bedürfnissen anpassen.

Hohe Gewichte verfestigen den Pinselstrich.

Tabelle 14.2. Smooth Stroke example trying to draw with the mouse

Smooth Stroke setting

Straight line

Sine curve

 
Unchecked
 
Default
 
Maximum
 

Lock brush to view

Wenn Sie an einem Bild arbeiten, dass (in Pixeln) größer als Ihr Bildschirm ist, müssen Sie das Bild oft vergrößern und verkleinern. Diese Einstellung ermöglicht einen ganz natürlichen, schrittweisen Verbesserungsprozess, bei dem Sie nicht immer wieder die Pinselgröße zwischen »Grob- und Feinarbeit« wechseln müssen.

Wenn die Pinselgröße relativ zur Leinwand ist (Einstellung deaktiviert), vergrößert sich der Pinsel beim Vergrößern mit (nimmt mehr Pixel auf dem Bildschirm ein). Angenommen, Sie arbeiten mit einem 300 Pixel großen, kreisförmigen Pinsel und vergrößern das Bild von 12% auf 100%, dann nimmt der Pinsel nun Ihren halben Bildschirm ein! Sie müssen also den Pinsel zunächst verkleinern.

Wenn die Pinselgröße relativ zum Bildschirm ist (Einstellung aktiviert), behält der Pinsel beim Vergrößern seine Größe bei, sodass Sie an winzigen Details arbeiten können.

Abbildung 14.34. Lock brush to view example

„Lock brush to view“ example

An image displayed at 50% zoom so the whole image is visible. The Lock brush to view option is not checked and the brush size is set to 100 pixels high in the toolbox.

„Lock brush to view“ example

Part of the image at 200% zoom. The Lock brush to view option is not checked and the brush size is set to 100 pixels high in the toolbox. We paint with the pencil and the brush stroke of the selected pepper brush is displayed as 200 pixels high due to the zoom.

„Lock brush to view“ example

Part of the image at 200% zoom. The Lock brush to view option is checked and the brush size is set to 100 pixels high in the toolbox. We paint with the pencil and the brush stroke of the selected pepper brush is displayed as 100 pixels high due to the setting.


Die Einstellung »Pinsel an Ansicht koppeln« kann auch verwendet werden, um den Pinsel an eine gedrehte Ansicht zu koppeln:

Abbildung 14.35. Lock brush to view rotation example

„Lock brush to view“ rotation example

The Lock brush to view option is checked and we rotate the view 15° clockwise. The brush stroke rotates with the view.

„Lock brush to view“ rotation example

The Lock brush to view option is not checked and we rotate the view 15° clockwise. The brush stroke does not rotate with the view.


Steigernd

Applies the effect incrementally as the mouse pointer moves.

Die Eigenschaft Steigernd funktioniert scheinbar nicht so, wie man erwarten würde. Sie bewirkt, wenn sie eingeschaltet ist, dass die Deckkraft mit jedem Pinselstrich über die selbe Stelle des Bildes gesteigert wird. Dabei kann aber auch bei vielfachem Überstreichen der selben Stelle mit dem selben Pinselstrich die Deckkraft nicht den in der entsprechenden Werkzeugeigenschaft eingestellten Wert überschreiten. Ist die Eigenschaft Steigernd nicht aktiviert, erzeugt bereits das erste Überstreichen die maximale Deckkraft. Diese Eigenschaft ist für alle Malwerkzeuge verfügbar, die nicht über die Eigenschaft »Rate« verfügen. Die Einstellungen für »Rate« erzeugen automatisch einen Steigerungseffekt. Weitere Informationen finden Sie in Abschnitt 2, „Ebenenmodi“.

3.1.3. Beispiele für Malmodi

Die folgenden Beispiele demonstrieren einige von GIMPs Malmodi:

Vernichten

Abbildung 14.36. Beispiel für »Vernichten«

Beispiel für »Vernichten«

Zwei Pinselstriche, beide gezeichnet mit der Sprühpistole und dem gleichen unscharfen, runden Pinsel. Einmal im Modus »Normal« (links) und einmal im Modus »Vernichten« (rechts).


Bei einer Deckkraft von weniger als 100% bestimmt dieser nützliche Modus nicht die Transparenz, sondern die Wahrscheinlichkeit, mit der überhaupt Farbe aufgetragen wird. Dies erzeugt schöne Punktmuster für Pinselstriche und Füllungen.

Abbildung 14.37. Im Modus »Vernichten« malen

Im Modus »Vernichten« malen

Dieses Bild besitzt nur die Hintergrundebene und keinen Alphakanal. Die Hintergrundfarbe ist himmelblau. Von links nach rechts: Deckkraft 100%, 50%, 25%. Die Vordergrundpixel sind entlang des Pinselstrichs verstreut.


Hinter

Abbildung 14.38. Beispiel für den Ebenenmodus »Hinter«

Beispiel für den Ebenenmodus »Hinter«

Wilber auf einer blauen Hintergrundebene

Beispiel für den Ebenenmodus »Hinter«

Ebenendialog

Beispiel für den Ebenenmodus »Hinter«

Mit Muster gefüllt


Dieser Modus trägt Farbe nur in den transparenten Teilen einer Ebene auf. Je geringer die Deckkraft der Ebene, um so mehr Farbe wird aufgetragen. Daher hat Zeichnen auf undurchsichtigen Bildteilen keine sichtbaren Auswirkungen, während das Zeichnen auf (teil-)transparenten Flächen die gleiche Wirkung hat wie ein Zeichnen im Modus »Normal«. Natürlich funktioniert das Beschriebene nur dann sinnvoll, wenn es für die Ebene einen Alphakanal gibt.

In the above example image, Wilber is on the top layer, surrounded by transparency. The lower layer is solid light blue. The Bucket Fill Tool was used, with the Fill whole selection option checked and the entire layer was selected. A pattern was used to paint with the Bucket Fill tool.

Abbildung 14.39. Im Modus »Hinter« malen

Im Modus »Hinter« malen

This image has two layers. The upper layer with two blue stripes is active. We paint three vertical brush strokes in red color with the pencil tool at 100%, 50%, 25% transparency (from left to right): only transparent or semi-transparent pixels of the layer are painted.


Farbe entfernen

Abbildung 14.40. Beispiel für den Ebenenmodus »Farbe entfernen«

Beispiel für den Ebenenmodus »Farbe entfernen«

Wilber auf einer blauen Hintergrundebene

Beispiel für den Ebenenmodus »Farbe entfernen«

Weiße Vordergrundfarbe entfernt


Dieser Modus löscht die Bereiche in der aktuellen Vordergrundfarbe, macht sie also teilweise transparent. Er funktioniert wie das Filter Farbe nach Alpha, angewandt auf den Bereich unter dem Pinselstrich. Wie beim Modus »Hinter« muss die Ebene einen Alphakanal haben, damit man den Effekt sehen kann.

Im obigen Beispielbild war die Farbe des »Füllen«-Werkzeugs weiß. Daher wurden die weißen Teile von Wilber gelöscht, wodurch der Hintergrund sichtbar wurde.

This image below has three horizontal stripes and has only one layer, the background layer. Background color is sky blue. We add three vertical brush strokes with the pencil tool:

  1. On the left, a vertical brush stroke with the exact color of the blue stripe: only this blue color is erased.

  2. In the middle, a vertical brush stroke with the exact color of the red area: only this red color is erased, whatever its transparency. Erased areas are made transparent.

  3. On the right, a vertical brush stroke with the sky blue color of the layer background: only this color is erased.

Abbildung 14.41. Im Modus »Farbe entfernen« malen

Im Modus »Farbe entfernen« malen

Vertical brush strokes painted in blue (on the left), in red (in the middle), in the background color (on the right).


3.1.4. Weitere Informationen

Erfahrene GIMP-Anwender wird es möglicherweise interessieren zu erfahren, dass alle Malwerkzeuge auf Subpixelebene arbeiten. Auf diese Weise wird verhindert, dass die Kanten der gezeichneten Striche allzu zackig aussehen. Eine Konsequenz aus diesem Vorgehen ist, dass, selbst wenn Sie mit einem Pinsel mit harter Kante arbeiten, die Pixel am Rand eines gezeichneten Strichs nicht vollständig gefärbt werden. Wenn Sie einen solchen »Alles-oder-Nichts-Effekt« benötigen, weil Sie beispielsweise Pixel-genau arbeiten müssen oder eine sehr exakte Auswahl benötigen, sollten Sie den Stift benutzen, dieser sorgt bei allen Pinseln für absolut harte Kanten und schaltet das Subpixel-Antialiasing ab.